
Schwellenzeiten – Wandelzeiten: Wenn das bekannte Leben nicht mehr da ist
Veröffentlicht am 11. August 2026
Kategorien: Blog,Wissen & Impulse
Schwellen- und Wandelzeiten im Leben begegnen wir immer wieder: Tod und Trennung, Kündigung oder das Aus eines Lebenstraums. Was hilft uns, gut durch diese Zeiten zu gehen und Mut und Vertrauen in ihnen zu entwickeln?
In einer Schwellenzeit ist das vertraute, bekannte Leben nicht mehr da. Manchmal von heute auf morgen – durch Tod, Trennung oder Kündigung –, manchmal schleichend, durch das Aus eines Lebenstraums, einen Kinderwunsch, der sich nicht erfüllt, oder eine Sinnkrise, die sich langsam angekündigt hat. Sicher ist in jedem Fall: Der vertraute Boden unter den Füssen ist verschwunden – was gestern noch stabil und sicher schien, ist heute nicht mehr da.
Das Wort Schwellenzeit
Das Wort Schwellenzeit assoziiert dabei andere Worte und Bilder als das Wort Krise. Krise ist radikal, festlegend – man fühlt sich mit dem Rücken zur Wand. Beim Wort Schwellenzeit öffnet sich eine innere Landschaft vor einem, das Bild einer Zeit, in der wir dazwischenstehen, auf der Schwelle. Alte Häuser haben diese Schwelle ganz real, meist als breite, hölzerne Erhebung zwischen zwei Räumen.
Diese trennt und verbindet Badezimmer und Flur, Küche und Wohnzimmer sowie alle weiteren Räume miteinander. Es ist eine Schwelle, über die wir rasch stolpern können, wenn wir ihr nicht achtsam begegnen. Ein falscher Tritt, ein unachtsamer Gedanke und vor allem das fehlende Bewusstsein für die real vorhandene Schwelle in diesem Haus, und wir können uns den Zeh stossen oder hinfallen.
Prioritäten im Leben sortieren
Übertragen auf das Leben bedeutet dies: uns gewiss sein, dass wir uns in einer Zwischenzeit, einer Schwellenzeit befinden. Dass gerade nichts normal ist im Leben oder nur wenig und es verständlich ist, dass wir keinen Kopf für Smalltalk haben. Dass wir am liebsten Zeit mit uns und den Menschen und Dingen, die uns wichtig sind, verbringen. Dass es eine Zeit ist, in der sich klärt, wer für uns da ist, welche Werte uns wichtig sind und was trägt, wenn nichts mehr trägt.
Denn das zeigt die Schwellenzeit ganz deutlich, gleich welcher Auslöser ihr zugrunde liegt: Was sind meine Prioritäten und Werte im Leben? Wie möchte ich weiterleben? Was ist mir von Herzen wichtig? Wofür möchte ich gehen? Wenn die Oberflächlichkeit wegfällt und die Zeit mehr Dinge zutage bringt, die uns wirklich am Herzen liegen, erkennen wir wieder klarer, wo wir langgehen wollen. Dann halten wir Innenschau und Inventur zugleich, sortieren aus, oder das Leben hat dies bereits für uns getan.
Zeit der Innenschau
Die Schwellenzeit ist kein Sonntagsspaziergang, sondern sie gibt die Möglichkeit, das eigene Leben klar und ungeschönt zuerkennen. Zu sehen, wo etwas hakt, unrund läuft, an welcher Stelle ich meinen eigenen, persönlichen Herzensweg verlassen habe und den Meinungen oder den Werten anderer Menschen gefolgt bin. Hier gibt es die Möglichkeit zur Nachjustierung.
Die Schwellenzeit ist ebenfalls eine Zeit, für die wir in unserer Gesellschaft meist kein Bewusstsein haben. Alles soll immer schnell und gleich funktionieren, wir sollen wirtschaftlich erfolgreich und im Lebensrad mittendrin sein. In einer Schwellenzeit sind wir das nicht. Hier ist unser Fokus nach innen gewandt, auf unser Leben, wie es sich im Inneren abspielt. Hier üben wir Reflexion und halten Innehalt-Momente ein, hier machen wir Pause vom Hamsterrad und sortieren neu.
Erfahre mehr zum Thema auf:
www.schwellenzeiten.ch



