
Gesund. Selbstbestimmt. Erfolgreich – auch mit einer chronischen Erkrankung
Veröffentlicht am 17. Februar 2026
Kategorien: Mitglieder-News,Unternehmerinnen inspirieren
Sandra Roth ist Yoga-Lehrerin, Ethno Health Coach, Transformational Mind Movies Method Coach und hat sich in verschiedenen energetischen Methoden weitergebildet.
In ihrem Studio YogaPlus findest du von Meditation über Energie-Arbeit bis zu Coaching und Therapie alles, was dir zu mehr körperlicher, mentaler und emotionaler Stabilität und Beweglichkeit verhelfen kann – besonders, wenn du von einer chronischen Krankheit betroffen bist. Als selbst von einer chronischen Krankheit Betroffene liegt Sandras Augenmerk ganz besonders auf Frauen mit MS (Multiple Sklerose).
In unserer Beitragsreihe zum VFU-Jahres-Motto «Gesund. Selbstbestimmt. Erfolgreich.» erläutert sie uns ihr Verständnis dieses Slogans als Mensch mit einer chronischen Krankheit.
Gesundheit definieren
Das VFU-Jahresmotto 2026 klingt erstmal nach einem tollen Slogan. Aber was, wenn ich eine chronische Krankheit habe? Wie kann ich mich dann mit «gesund» identifizieren?
Wichtig scheint mir, wie ich «gesund» definiere. Als «Abwesenheit von Krankheit» geht schon mal nicht, denn sonst wäre es mir mit einer chronischen Krankheit gar nicht möglich, mich als gesund zu bezeichnen. Und somit wäre die Krankheit immer im Vordergrund.
Selbst mit einer chronischen Krankheit unterwegs, möchte ich diese aber eher im Hintergrund sehen und mich nicht über sie definieren. Die Krankheit ist da, ja, mal mehr, mal weniger spürbar. Sie hat einen Einfluss auf mein Leben – aber sie bestimmt nicht mein Leben.
Ich bezeichne mich nur dann als krank, wenn ich z. B. Fieber oder einen Infekt etc. habe – ansonsten bezeichne ich mich als gesund, trotz chronischer Krankheit als Wegbegleiterin.
Je nach Symptomen oder Einschränkungen, die eine chronische Krankheit mit sich bringt, ist das oft im ersten Moment anspruchsvoll. Aber ich kann ja selbst bestimmen, wie ich meinen «Normalzustand», der eventuell mit irgendwelchen Symptomen einhergeht, bezeichne. Ob ich mich als bedauernswertes Opfer der Krankheit sehe oder mich als gesund definiere, wenn es mir gut geht. Obwohl da vielleicht ein paar Einschränkungen sind und noch was im Hintergrund schlummert. Ich entscheide, ob ich mich auf die Krankheit konzentriere oder auf ein möglichst gutes Leben.
Selbstbestimmung üben
Und da sind wir schon mitten im Thema Selbstbestimmung. Gerade mit einer chronische Erkrankung ist Selbstbestimmung wichtig. Um mich der Krankheit nicht ausgeliefert zu fühlen, ist es zentral, überall dort Einfluss zu nehmen, wo es möglich ist. Das beginnt mit der Definition von Krankheit bzw. Gesundheit, betrifft aber zum Beispiel auch die Frage, ob und welche Medikamente ich (in Absprache mit medizinischem Fachpersonal) einnehme, wie ich mein Leben stimmig einrichten kann oder auch, in welchen Bereichen ich Hilfe benötige und in Anspruch nehme.
Mir Unterstützung zu holen, steht ja nicht im Widerspruch zu meiner Selbstbestimmung. Im Gegenteil – ich entscheide, wann und wo ich Hilfe hole. Ich bestimme, ob ich mir heute mal etwas mehr zumute, durchaus auch im Wissen, dass ich dann morgen Pause machen muss. Es gibt aber Erlebnisse oder auch Treffen mit Menschen, die es mir Wert sind, am Folgetag einen Gang zurück zu schalten.
Erfolg wahrnehmen
Wenn mir diese Balance gelingt, ist das für mich ein Erfolg.
Erfolg bedeutet für mich also gar nicht in erster Linie, grossen finanziellen Reichtum und Berühmtheit zu erlangen, sondern mir mein Leben so einzurichten, dass es mir gut geht.
Das Finanzielle ist natürlich ein Teil davon, der Kühlschrank muss gefüllt und Rechnungen müssen bezahlt werden. Aber es geht um mehr. Gerade mit einer chronischen Krankheit und allenfalls Einschränkungen muss ich mich doch nicht noch zusätzlich in einem Brotjob quälen, der mir nicht gefällt oder mich vielleicht sogar stresst. Denn Stress verschlimmert ja oft viele Symptome und den ganzen Krankheitsverlauf zusätzlich.
Umso wichtiger ist es mir, etwas zu tun, was mich erfüllt. Mir von der Krankheit nicht alle Träume rauben zu lassen. Vielleicht braucht es Anpassungen, ja. Aber statt zu denken, das geht jetzt eben nicht mehr, frage ich mich lieber, wie kann ich mein Leben selbstbestimmt gestalten, so dass es mir möglichst gut geht. Das ist für mich Erfolg. Und so verbinden sich gesund, selbstbestimmt und erfolgreich auch oder gerade mit einer chronischen Krankheit zu einem wunderbaren Motto.
Sandra Roth



