
Dein Logo ist nicht deine Marke
Veröffentlicht am 21. September 2026
Kategorien: Blog,Marketing & Auftritt
Warum ich nach 27 Jahren Design nicht mehr glaube, dass gutes Branding mit einem Logo beginnt
Was ich nach mehr als 27 Jahren im Design über starke Personal Brands gelernt habe.
Ich liebe schönes Design. Ich bin eine absolute Ästhetin. Ich liebe Farben, Typografie, Papier, Materialien, Bildwelten. Und ich liebe diesen Moment, wenn aus vielen einzelnen Ideen plötzlich eine Marke entsteht.
Ich bin seit mehr als 27 Jahren Grafikerin. Und trotzdem würde ich heute einer Unternehmerin, die zu mir kommt und sagt: „Ich brauche ein neues Logo.“ nicht einfach sofort ein Logo gestalten.
Warum?
Weil ich heute weiss: Gutes Branding beginnt nicht mit dem Logo. Es beginnt viel früher.
Früher war das Logo der Anfang.
Als ich mich vor 10 Jahren selbstständig gemacht habe, war die Welt noch etwas anders. Ein Unternehmen brauchte ein Logo. Dazu kamen Visitenkarten, Briefpapier, vielleicht eine Broschüre und irgendwann eine Website.
Das Logo war der Mittelpunkt des Auftritts. Und natürlich ist es das auch heute noch.
Aber bei einer Personal Brand ist noch etwas anderes wichtig: Du selbst.
Denn deine Marke begegnet deinen Kundinnen heute überall. Auf Instagram. Auf LinkedIn. In deinen Reels. Auf deiner Website. In deinem Newsletter. In einem Zoom-Call. Bei einem Netzwerk-Event. Und natürlich im persönlichen Kontakt.
Deine Marke ist also nicht nur das, was du gestaltet hast. Deine Marke bist du. Und genau deshalb reicht ein schönes Logo nicht aus.
Die wichtigste Frage ist nicht: „Wie soll es aussehen?“ Sondern: „Wofür soll diese Marke stehen?“
Das ist ein ziemlich grosser Unterschied.
Bevor ich über Farben, Schriften oder ein Logo nachdenke, möchte ich deshalb erst einmal wissen:
– Wer bist du?
– Was kannst du besonders gut?
– Wofür möchtest du bekannt sein?
– Wen möchtest du erreichen?
– Was unterscheidet dich von anderen?
– Was treibt dich an?
– Welche Haltung hast du?
Und genauso wichtig ist: Was möchtest du eigentlich nicht mehr anbieten?
Denn auch das gehört zu einer guten Positionierung.
Dein Branding kann nicht zeigen, was du selbst noch nicht entschieden hast
Das ist einer der Gründe, warum ich heute so viel Wert auf Positionierung lege. Wenn du selbst nicht genau weisst, wofür du stehen möchtest, kann dein Design das auch nicht für dich lösen.
Dann passiert oft Folgendes:
– Du suchst Farben.
– Du probierst verschiedene Logos aus.
– Du testest Schriften.
– Du speicherst Moodboards.
– Du baust Instagram-Vorlagen in Canva.
Und trotzdem denkst du am Ende: „Irgendwie ist es das noch nicht.“
Denn Design kann keine Positionierung ersetzen.
Was sollte vor dem Design geklärt sein?
Bevor du dein Branding überarbeitest, würde ich deshalb diese fünf Dinge anschauen.
1. Deine Positionierung
– Wofür stehst du?
– Was ist dein Thema?
– Für wen bist du die richtige Ansprechpartnerin?
– Und warum sollte jemand ausgerechnet dich buchen?
2. Dein Angebot
– Was verkaufst du eigentlich?
– Und verstehen deine Kundinnen auf den ersten Blick, was du anbietest?
Ich sehe immer wieder Marken, die eigentlich gar kein Designproblem haben.
Das Angebot ist einfach zu breit geworden. Oder es gibt zu viele Angebote.
3. Deine Persönlichkeit
Eine Personal Brand ist keine anonyme Unternehmensmarke.
Du bist Teil deiner Marke. Deine Persönlichkeit darf sichtbar sein. Deine Geschichte. Deine Haltung. Deine Art zu sprechen. Deine Werte. Und ja, auch deine Ecken und Kanten. Denn genau das macht unterscheidet dich.
4. Deine Botschaft
Was soll jemand verstehen, wenn er zum ersten Mal auf deine Website oder dein Instagram-Profil kommt?
Wenn deine Wunschkundin nach ein paar 3 Sekunden immer noch nicht weiss, was du eigentlich machst und für wen, dann hilft dir auch das schönste Branding nicht.
5. Wie möchtest du wahrgenommen werden?
Kompetent? Hochwertig? Persönlich? Mutig? Modern? Ruhig? Kraftvoll?
Das sind Fragen, die wir vor dem Design beantworten sollten.
Ein Beispiel:
Stell dir eine Business-Coachin vor. Sie hat ein wunderschönes, minimalistisches Branding. Eine tolle Website. Professionelle Fotos. Alles sieht hochwertig aus. Aber auf ihrer Website findet man zu viele verschiedene Angebote, drei Zielgruppen und keine klare Antwort auf die Frage: „Wofür ist diese Frau eigentlich Expertin?“
Was würde ein neues Logo daran ändern? Nichts.
Das Problem liegt nicht im Logo.
Das Problem liegt in der Positionierung.
Und genau deshalb sage ich: Erst denken. Dann gestalten.
Warum ein schönes Branding trotzdem nicht funktioniert
Ein Logo kann perfekt gestaltet sein. Es kann modern sein. Es kann ästhetisch sein. Es kann auf Instagram richtig gut aussehen. Und trotzdem kann es die komplett falsche Geschichte erzählen.
Zum Beispiel eine hochpreisige Expertin, deren Branding eher nach günstigem DIY-Angebot aussieht. Oder eine sehr persönliche Beraterin, deren Auftritt so kühl wirkt, dass man ihre Persönlichkeit überhaupt nicht spürt.
Dann ist nicht das Logo das Problem. Es fehlt die Verbindung zwischen der Person, ihrer Positionierung und ihrem Design.
Genau hier hat sich meine Arbeit verändert
Ich gestalte heute nicht mehr einfach nur Logos. Ich entwickle Personal Brands.
Und das bedeutet für mich: Wir schauen zuerst auf dich und dein Business. Und erst danach gestalten wir die Marke.
Denn dein Branding soll nicht einfach nur schön aussehen.
Es soll zeigen: Wer bist du? Wofür stehst du? Was kannst du? Und: Warum sollte man dich buchen?
Und wenn du am Ende vor deiner eigenen Website sitzt und denkst: „Ja. Genau das bin ich.“
Dann haben wir etwas richtig gemacht.
Das Logo ist natürlich nicht unwichtig. Im Gegenteil. Ein gutes Logo kann viel. Es sorgt für Wiedererkennung. Es gibt einer Marke ein Gesicht. Es kann Professionalität ausstrahlen. Und irgendwann kann es zu einem echten Symbol für dein Business werden.
Aber: Es ist ein Teil deiner Marke. Nicht die ganze Marke.
Deshalb frage ich meine Kundinnen nicht zuerst: „Welche Farben möchtest du?“ Sondern: Wofür möchtest du bekannt sein?, Was macht dich besonders?, Wen möchtest du erreichen?, Wie möchtest du wahrgenommen werden?
Denn wenn wir diese Fragen beantwortet haben, macht Design plötzlich viel mehr Sinn. Dann ist es nicht einfach nur schön.
Dann erzählt es deine Geschichte.
Was ich nach 27 Jahren Design heute anders sehe
Wenn ich nach mehr als 27 Jahren Design eine Sache gelernt habe, dann diese: Gutes Branding beginnt nicht damit, wie deine Marke aussehen soll. Es beginnt damit, wer du als Marke sein möchtest. Genau deshalb starte ich nicht bei Farben, Schriften und Logos.
Wir starten bei dir. Wer bist du? Was treibt dich an? Was hält dich zurück? Wofür möchtest du stehen? Und daraus entwickeln wir eine Personal Brand, die zu dir und deinem Business passt.
Denn dein Branding sollte nicht einfach schön aussehen.
Es sollte zeigen, wer du bist, wofür du stehst und warum man dich buchen sollte.
Passt dein Branding noch zu deinem Business?
Vielleicht ist dein Business in den letzten Jahren gewachsen. Vielleicht hast du dein Angebot verändert. Vielleicht bist du heute viel klarer in dem, was du kannst und für wen du arbeiten möchtest. Aber dein Branding ist noch auf dem Stand von vor drei Jahren. Dann lohnt sich ein genauer Blick.
Nicht nur auf dein Logo. Sondern auf deine gesamte Marke.
Denn vielleicht brauchst du gar kein neues Logo. Vielleicht braucht dein Business einfach ein Branding, das endlich zu der Unternehmerin passt, die du heute bist



