von Christine Loriol

SAO entstand aus der Not und sozusagen aus dem Nichts. Es begann mit einer privaten Initiative von Raquel Herzog, die im Dezember 2015 als Volontärin nach Lesbos ging. Im Februar 2016 wurde SAO gegründet. 2017 hat sich der Verein «SAO Association – Frauen für Frauen auf der Flucht» auf Frauen fokussiert und auf die drei Programme «Bashira», «Amina» und «Back on Track» festgelegt.

SAO führt zwei Frauenhäuser (als Tageszentren) in Griechenland und baut einen Studienfonds auf. Das heisst: Im «Bashira» Community- and Empowerment-Centre – erhalten Frauen Unterstützung, die mit oder ohne Kinder in diesem schrecklichen und überfüllten Ausschaffungslager Moria auf Lesbos festsitzen. Dazu zwei Themen: Beispielsweise ist der Verbrauch an Monatsbinden in Moria sehr hoch – weil es für die Frauen gefährlich ist, nachts alleine aufs WC zu gehen und obendrein ihre Kinder im Zelt zurück zu lassen; und Schwangerschaften sind bei Frauen, die alleine auf der Flucht sind, praktisch ausnahmslos auf geschlechterspezifische Gewalt zurückzuführen. Bei verheirateten Frauen kommen ein Verhütungs-Tabu oder schlicht die fehlende Möglichkeit von Verhütung als Gründe hinzu. Das Highlight im Bashira-Centre ist nicht zuletzt deshalb das Badezimmer… Jede Frau hat die Möglichkeit, ein privates 30-Minuten-Zeitfenster für sich zu belegen. Wenn die Zeitfenster für eine Woche montags frei gegeben werden, sind sie jeweils innert Stunden für die ganze Woche ausgebucht! (https://www.sao.ngo/bashira)

Weiterführende Hilfe bietet SAO im «Amina» Community- and Empowerment-Centre in Athen – für Frauen, die es aufs griechische Festland geschafft haben und in Athen auf ihre definitive Aufnahme in Griechenland oder auf die Familienzusammenführung in einem anderen europäischen Land warten. Sowohl auf Lesbos als auch in Athen erhalten die Frauen Zugang zu medizinischer, rechtlicher und psychologischer Unterstützung. (https://www.sao.ngo/amina)

Zukunftweisend arbeitet SAO mit dem Studienfonds «Back on Track», mit dem Frauen, die wegen der Flucht ihre Ausbildung unterbrechen mussten, ihr Studium in dem Land, das sie definitiv aufgenommen hat, zu Ende bringen können. Was klein angefangen hat, ist gross geworden – SAO wurde von der Initiative zum Verein, vom Verein zu einer NGO und von der NGO zum Hilfswerk. (https://www.sao.ngo/back-on-track).​

Der gesamte SAO-Vorstand arbeitet ehrenamtlich, auch die Geschäftsleiterin. Mit den beiden Häusern «Bashira» und «Amina» hat sich für 2018 die Herausforderung für den Vorstand in der Schweiz noch einmal verändert: Der Fokus ist nun, die Finanzierung der Programme sicherzustellen. Es braucht, bis Ende 2018, richtig viel Geld. Das Fundraising wurde ausgebaut, die Mitgliederwerbung wird verstärkt, und ein neues Ressort Kampagnen wird aufgebaut.

Warum das SAO-Frauenhaus in Athen «Amina» heisst, erzählt Gründerin Raquel Herzog hier: Die Heldin der Geschichte ist eine mittlerweile 96jährige Grossmutter, Amina, die mit ihren Enkelinnen aus Syrien nach Schweden geflüchtet ist. http://100frauen.ch/frauen-fuer-frauen-auf-der-flucht/

Die älteste der Enkelinnen, Ruha Said, hatte auf der Flucht als 22jährige die Verantwortung für Amina und für ihre jüngeren Schwestern und Cousine. Vor der Flucht hatte sie englische Literatur an der Universität Damaskus studiert. Sie wird die erste sein, mit der SAO «Back on Track» aufgleist. Ruha war schon kurz nach ihrer Ankunft auf Lesbos als Übersetzerin tätig. Mittlerweile ist sie auch als Botschafterin für SAO unterwegs. Im Kurzfilm von Ida Schmieder erzählt Ruha einen Teil ihrer Geschichte. > Hier: https://vimeo.com/259699491

Mehr erfahren Sie auf der Website www.sao.ngo und im SAO-Blog (https://www.sao.ngo/blog).

Am 20. Juni ist Welttag der Flüchtlinge. SAO freut sich über jedes Mitglied (100.- SFR oder Euro pro Jahr für eine Einzelperson, ab 500.- für Unternehmen). (https://www.sao.ngo/mitglied-werden). Und hier sehen Sie, was Sie mit Ihrer Spende bewirken können: Mit 8€ ermöglichen Sie 10 Frauen 1 Busfahrt vom Camp Moria ins Bashira Centre und zurück. Und mit 150€ sorgen Sie dafür, dass 1 Griechischlehrerin 1 Woche lang mit den geflüchteten Frauen eine Brücke in ihr künftiges Leben bauen kann (und selber einen Job hat). (https://docs.wixstatic.com/ugd/b1364d_ba741a63ad44417381845dacc9a06cd3.pdf)

 

 SAO dankt dem Verband Frauen-Unternehmen herzlich für die Möglichkeit, über die Arbeit von SAO zu informieren. Der Dank geht insbesondere an die Präsidentin Esther-Mirjam de Boer, die sich dafür stark gemacht hat. Christine Loriol war einige Jahre im Vorstand des Verbandes Frauenunternehmen. (www.christineloriol.ch)